Das Klassenzimmer ist ein Lebens- und Lernraum für die Kinder. Pflanzen, eine Leseecke, Fotos und Bilder von den Kindern und vieles mehr schaffen eine Atmosphäre, in der sich alle wohl fühlen sollen. Die Einrichtungsgegenstände passen sich den körperlichen Möglichkeiten und Proportionen der SchülerInnen an uns müssen durch ihre Ästhetik ansprechend sein. Kern der Klassenraumgestaltung ist das besondere Montessori-Material für die Bereiche Sinneserziehung, Sprache, Mathematik und kosmische Erziehung.
Es wird ergänzt und erweitert durch viele andere Materialien, aber auch durch neue Medien wie den Computer. In der Regel ist jedes Material nur einmal vorhanden, um den sozialen Umgang der Kinder miteinander zu fördern. Alle Materialien müssen übersichtlich und für das Kind gut erreichbar platziert sein. Die Lehrerin übernimmt die Verantwortung, diese Umgebung für ihre Klasse vorzubereiten, der pflegliche Umgang mit den Materialien und die Aufrechterhaltung der Ordnung sind dann gemeinsame Aufgaben. Die Lehrerin zeigt den Kindern den sachangemessenen Umgang mit den Materialien und beobachtet und begleitet sie behutsam bei ihrer Arbeit damit. Die Materialien sollen den SchülerInnen ermöglichen, in der Auseinandersetzung und Beschäftigung mit ihnen zu lernen und Gelerntes zu festigen. Dies gelingt nur, wenn die vorbereitete Umgebung auf die Fähigkeiten und Interessen der Kinder abgestimmt ist.
Die Freiarbeit ist das Kernstück des Montessori-Unterrichts. Sie umfasst an unserer Schule täglich in der Regel 2 Unterrichtsstunden. Die Kinder wählen nach eigener Entscheidung, womit sie sich beschäftigen. Sie bestimmen auch selbst Arbeitsrhythmus und Arbeitsdauer, bzw. ob sie allein oder mit Partnern arbeiten. Die Freiarbeit bietet durch ihre Möglichkeiten zur selbstständigen Wahl und zum natürlichen Umgang mit Mitschülern und Lehrern fortwährend Gelegenheit zum sozialen Lernen. Die freie Auswahl der Arbeit gibt den Kindern die Chance, den gewählten Unterrichtsstoff so ausgiebig zu lernen wie es für ihre Entwicklung wichtig ist. Die freie Entscheidung führt zu einer Arbeitsmotivation, die vom Kind ausgeht. Kinder, die in der Freiarbeit gelernt haben, selbständig und selbstverantwortlich zu arbeiten und eine einmal begonnene Arbeit zu Ende zu führen, werden sich später auch anderen Wissensgebieten zuwenden. Während der Freiarbeit stehen den Kindern eine Lehrerin und eine pädagogische Assistentin zur Verfügung.
Gewisse Unterrichtsinhalte erfordern einen Klassenunterricht. Dabei werden Themen der Freiarbeit gemeinsam vertieft und fortgeführt, und umgekehrt dienen Themen des gebundenen Unterrichts als Anregungen zum Weiterarbeiten in der Freiarbeit. In Unterrichtsgesprächen und Erzählkreisen, Partner- und Gruppenarbeit, aber auch im Frontalunterricht findet Gesprächserziehung statt. Zuhören, sich zurücknehmen und das Akzeptieren von Regeln der Gemeinschaft werden geübt. Der gebundene Unterricht an unserer Schule orientiert sich fast ausschließlich an den Lerninhalten des Bayerischen Lehrplans für die jeweilige Jahrgangsstufe.
Ein wesentliches Prinzip der Montessori-Pädagogik ist das soziale Lernen, insbesondere das Lernen der Kinder voneinander. Aus diesem Grund hat Montessori dringend empfohlen, in Montessori-Schulen die altershomogene Klasse aufzulösen und verschiedene Jahrgänge zu mischen. Ältere SchülerInnen können so den jüngeren Kindern ihr Wissen weitergeben, jüngere SchülerInnen lernen nicht nur vom Lehrer oder durch den Umgang mit den Materialien, sondern von anderen Kindern. Die Jahrgangsverknüpfung ähnelt wesentlich mehr jenen Verhältnissen, wie wir sie in Familien mit mehreren Kindern finden, sie bietet Möglichkeiten, die Einzelkinder so in ihrer Familie nicht kennen. An unserer Schule besteht die Jahrgangsmischung seit dem Schuljahr 2003/2004.
Zusätzliche Angebote an die Kinder einer Schule unterliegen immer einer Dynamik. Sie hängen teilweise auch davon ab, welche Talente, Fähigkeiten und Interessen LehrerInnen, Kinder und Eltern der Schule einbringen können und welche sich davon verwirklichen lassen. Musikalische Erfahrungen über den Musikunterricht hinaus, der freiwillige Erwerb einer Fremdsprache, handwerkliche Tätigkeiten, Projekttage, Schullandheime, Lesenächte in der Schule und vieles mehr sind solche Aktivitäten, die zu unserem Schulleben gehören und natürlich erweiterbar sind.
Zu den Prinzipien des Unterrichts im Sinne der Montessori-Pädagogik gehören: