Einige bayerische Montessori-Hauptschulen mit M-Zug haben in den letzten Jahren den Schritt zu einer MOS gewagt. Insgesamt gibt es derzeit in Bayern bereits 6 MOS, die eine fachgebundene Oberschule in den Jahrgängen 11, 12 anbieten oder derzeit aufbauen:
Daneben gibt es auch ein Montessori-Gymnasium bei Starnberg mit Jahrgangstufe 13, auf dem 2007 die ersten Absolventen die allgemeine Hochschulreife erreicht haben.
Allen bayerischen MOS gemeinsam ist, dass eine erfolgreiche Gründung einer MOS sehr stark von einer motivierten Elternschaft abhängt!
Alle MOS werden und wurden als durchgehendes Modul mit den Jahrgangsstufen 11 und 12 angeboten, aufbauend und integriert aus dem M-Zug mit mittlerem Bildungsabschluss. Nach der 12. Klasse erfolgt eine externe Prüfung an einer staatlichen Partner-FOS zur fachgebundenen Hochschulreife. Diese Schulform basiert auf den Vorgaben des bayerischen Kultusministeriums zur Erreichung der fachgebundenen Hochschulreife und ist mit dem bayerischen Kultusministerium über den LV Bayern abgestimmt. Wesentlicher Bestandteil dieser Schulform ist es, berufsbezogene Praktika ab der 11. Klasse anzubieten, mit bis zu 20 Wochen pro Schuljahr.
Seit 2008 gibt es – nach einem erfolgreichen bayerischen Schulversuch – auch die Möglichkeit, dass bayerische Fachoberschulen eine 13. Jahrgangstufe zur Erreichung der allgemeinen Hochschulreife anbieten können. Diese Möglichkeit kann und wird auch von bayerischen MOS zukünftig angeboten werden. Voraussetzung für die 13. Jahrgangstufe ist, nach der 12. Klasse eine externe Prüfung abzulegen und Kenntnisse in einer 2. Fremdsprache (z.B. ab Jahrgangsstufe 10 oder 11) nachzuweisen. Die »FOS 13« ist mit der Genehmigung der Landesregierung nun als Alternative zum zwölfjährigen »G8«-Gymnasium möglich.
Bayerische MOS bieten derzeit bis zu 4 Fachbereiche an, wobei abhängig von den lokalen Gegebenheiten (z.B. Erwartungen, Schülerzahl, Räumlichkeiten, Lehrpersonal, Finanzierung) in der frühen Etablierungsphase häufig nur 2–3 Fachrichtungen ausgewählt werden. Zur ggf. notwendigen Auswahl und Festlegung auf 2–3 Fachrichtungen spielen die Erwartungen der Eltern und der SchülerInnen eine wichtige Rolle. Folgende Schwerpunkte werden bei den 4 Fachrichtungen berücksichtigt:
Der Montessori-Landesverband (LV) Bayern unterstützt interessierte Montessori-Schulen bei der MOS-Initiative mit Fachinformationen und Beratungen und hat hierzu auch einen Aktionskreis »AK-MOS« gebildet. Zudem wurde vom LV Bayern bereits ein pädagogisches Rahmenkonzept für bayerische MOS erarbeitet, das auch von den bayerischen Montessori-Schulen übernommen wurde. Das pädagogische MOS-Rahmenkonzept ist dabei mit dem bayerischen Kultusministerium abgestimmt.
In Baden-Württemberg existieren derzeit keine Montessori-Fachoberschulen, sondern staatlich anerkannte, private Gymnasien mit Montessori-Pädagogik, z.B.:
die ab der 5. Jahrgangsstufe einen separaten »G8«-Zug anbieten. Diese Schulform benötigt die Schaffung einer Schulstruktur für alle 8 Jahrgangstufen ab der 5. bis zur 12. Jahrgangstufe – gegenüber einer weniger aufwendigen, integrierten MOS mit Jahrgangstufe 11, 12 (und wahlweise 13). Zudem zeigen nach Einführung der G8-Schulform (Jahrgang 5–12) die Erfahrungen am Beispiel Stuttgart, dass wichtige Montessori-Pädagogik-Schwerpunkte, wie Freiarbeit, in einem G8-Gymnasium wegen dem straffen Lehrplan offensichtlich nur schwer umsetzbar sind. Außerdem muss bei staatlich anerkannten Privatschulen auch die staatlich vorgegebene, numerische Notengebung durchgeführt werden (gegenüber staatlich genehmigten Privatschulen). Jahrgangsmischungen sind am Beispiel Stuttgart, wegen des G8-Lehrplans derzeit nur bis Jahrgangsstufe 6 möglich. Daneben ist die Zuschusspolitik der Landesregierung Ba.-Wü. für staatlich genehmigte Privatschulen weniger vorteilhaft gegenüber dem Land Bayern.